Joerg Schwenk, Futureheadz - Wir vernetzen Generationen, Coaching, Beratung, Dienstleistungen, Sparring - Marketing, Vertrieb, Verkauf, E-Commerce

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Zuviel des Guten ..

Eine gute und qualifizierte Vorauswahl an Anbietern, die Erstellung einer Shortlist an Anbietern und danach das Einholen von maximal 3 Offerten. Das war zumindest früher das Mass der Dinge. Aber anscheinend lagen wir da falsch und wir haben uns mit unserer Selbstbeschränkung wohl mehr Mühe gemacht als notwendig. Es scheint so, als ginge es problemlos auch auf anderem Wege, oder besser gesagt in anderen Grössenordnungen.

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KOLUMNE - 10 Offerten sind mindestens eine zu viel

Eine gute und qualifizierte Vorauswahl an Anbietern, die Erstellung einer Shortlist an Anbietern und danach das Einholen von maximal 3 Offerten. Das war zumindest früher das Mass der Dinge. Aber anscheinend lagen wir da falsch und wir haben uns mit unserer Selbstbeschränkung wohl mehr Mühe gemacht als notwendig. Es scheint so, als ginge es problemlos auch auf anderem Wege, oder besser gesagt in anderen Grössenordnungen, denn die Generation Social-Media rennt über den Markt und ruft mal laut rein «Möchte ein Kilo Tomaten kaufen und hätte gerne euren besten Preis» Scheint ja auch zu funktionieren. Noch …

Völlig Sinn-Entfremdet und Sach-Befreit werden heute, wie ich finde, Offerten von jedem verlangt, den man bei der ersten kurzen Recherche findet. Und, als ob das nicht reicht, werden auch noch teure Analysen, Spezialangebote oder Sonderwünsche verlangt. Selbstverständlich ist jede Offerte gratis, denn es ist ja die Zeit und das Geld der anderen. Eine Offerte erstellen zu dürfen, ist doch ein Segen. Und in gesättigten Märkten erst recht. Aber muss man als Anbieter wirklich alles mitmachen oder sollten wir öfter NEIN sagen?

Früher, ja früher war das anders, wenn wir eine Offerte verlangt haben. Zumindest dann, wenn man kein professioneller Einkäufer eines Konzernes war. Teilweise haben wir uns gar geniert, nach einem Rabatt zu fragen. Das ist heute aber komplett anders – Erstens haben wir locker die Möglichkeit 10 und mehr Offerten einzuholen. Basierend auf unseren heutigen Kommunikationsmöglichkeiten könnten wir sogar noch mehr, wenn wir denn wollten. Teilweise können wir uns den Spass erlauben, Aufträge auch auf Bieter-Plattformen auszuschreiben und zu schauen, wer wohl am günstigsten anbietet. Eindeutig das Gegenstück zum Turbo-Kapitalismus.

Rabatt wird grundsätzlich bei jedem Geschäft vorausgesetzt und man versucht auch sonst noch alles herauszuholen, was geht. Und wenn es nicht so gemacht wird, dann wird das anbietende Unternehmen mit einem Shitstorm oder Boykott unter Druck gesetzt.

Aber es gibt Licht am Ende der Tunnels: Gut geführte und erfolgreiche Unternehmen offerieren solchen Leuten schon lange nicht mehr. Sie suchen sich die Menschen und Partner raus, wo man offerieren möchten. Sie haben Ihre Zahlen im Griff und wissen, genau, wo sie vermutlich ohne Erfolg offerieren werden und tun es daher nicht. Anfragende, wie ich sie beschrieben habe, dürfen sich nicht wundern, wenn es entweder keine oder nur noch schlechte Angebote geben wird. Auch, und das freut mich, haben diese Unternehmen genügend Sitzfleisch und Rückgrat, um die bei einem «Nein» oft folgenden Angriffe, via Social-Media, auszusitzen. Love it.

Das Verhalten schadet der Volkswirtschaft, denn wir reden ja eben nicht nur von Tomaten, sondern eher von Investitionsgütern. Solche Offerten können locker 15 Minuten in Anspruch nehmen. Manchmal auch Stunden oder gar Tage. Und wenn das öfter am Tag passiert, dann hat man weniger Zeit für die wirklichen Opportunitäten, die Gelder bringen können.

Letztendlich versuchen sich einige Individuen dieser Generation Vorteile, basierend auf Ihren neuen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu verschaffen und verteuert letztendlich alles für alle und jeden. Nicht falsch verstehen, wir haben alle unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten genutzt. Da wir aber nicht vieles multiplizieren konnten, haben wir nicht wirklich grossen Schaden anrichten können. Heute, mit der nahezu kostenfreien Massenkommunikation, den elektronischen und sozialen Medien bekommt man schon einen grösseren Sturm im Wasserglas hin….

Meine Sichtweise als Unternehmer: Man sollte in Betracht ziehen, dass Offerten, die nicht angetreten werden, bezahlt werden müssen, sofern man mehr als 3 Offerten einholte. Nein? Wie? Doch das geht. In einigen Branchen ist das bereits Praxis, dass Offerten grundsätzlich Geld kosten. Ich spreche dabei nicht von einfachen Angeboten im Webshop oder im Schaufenster, sondern von Fällen, in denen man sich zur Preiskalkulation Zeit nehmen und dies in einer Offerte verfassen muss.

Mein Tipp: Nicht alles, was man tun könnte, muss auch getan werden … Und das gilt für alle Marktteilnehmer….

Erschienen im ITReseller ...

ITReseller ist eine Nachrichten- und Analyseplattform für die IT- und CE-Branche in der Schweiz. Sie bietet Informationen zu Unternehmensmeldungen, Branchentrends und Partnerprogrammen. Dazu gehört auch eine regelmässige Kolumne …