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Chefsache Hire and Fire

Eines ist klar. Ins Topmanagement gelangen ist schwer, dort heute bleiben wollen noch mehr. Ich glaube seit jeher immer an das Gute und Sinnvolle, und so war ich mir sicher, dass mit entsprechenden Fähigkeiten und entsprechendem Leistungsausweisen stünde allen Menschen die Welt offen. Ich glaubte daran, dass der jeweils beste Kandidat*in eingestellt würde. Aus heutiger Sicht und mit der heutigen Erfahrung war ich da wohl etwas zu naiv unterwegs …

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KOLUMNE - Das wäre doch eigentlich Chefsache

Eines ist klar. Ins Topmanagement gelangen ist schwer, dort heute bleiben wollen noch mehr. Ich glaube seit jeher immer an das Gute und Sinnvolle, und so war ich mir sicher, dass mit entsprechenden Fähigkeiten und entsprechendem Leistungsausweisen stünde allen Menschen die Welt offen. Ich glaubte daran, dass der jeweils beste Kandidat*in eingestellt würde. Aus heutiger Sicht und mit der heutigen Erfahrung war ich da wohl etwas zu naiv unterwegs …

Warum ich das annahm, war ja klar, es gab Karriere-Planungen und HR-Mitarbeiter nannten sich teilweise Talent-Manager. Selbstredend, dass man nach den grössten Talenten für die eigene Unternehmung suchte, um die eigene Unternehmung im Wettbewerb um Marktanteile am besten positionieren zu können. Macht bis zu diesem Punkt durchaus Sinn.

Aber ginge es in Wahrheit auch um den besten Kaffee, so wäre auch nicht der Kaffeeröster mit dem Grünen Punkt der grösste der Welt. Und, ginge es um wirkliches Talent, so sähe unsere Management-Welt wohl anders, sprich talentierter, aus. Zumindest kenne ich einige sehr talentierte Personen, die es nicht geschafft haben Ihr Talent entsprechend einzubringen und nun leider nur noch Dienst nach Vorschrift leisten. Und ich kenne, entsprechend Leute, völlig untalentiert und Inhalts-entleert, die entsprechend wichtige Positionen bekleiden. Dafür immer aber mit genügend Sitzfleisch und latenter Aggressivität.

Und letztendlich sind es diese Führungs-„Persönlichkeiten“, die notabene auch nicht gerade viel Selbstvertrauen besitzen, denn relativ schnell nach Erreichen einer höheren Position wird, wohl aus Angst, aufgeräumt in der Organisation. Kritiker werden genauso aufs Abstellgleis gefahren, wie auch eben die Talente, die über Fähigkeiten verfügen, über die man glaubt, sie können für einen selbst gefährlich werden.

Ein Vorgehen, welches bei genauerer Betrachtung wohl kaum im Sinne eines wirklichen Unternehmers sein dürfte. Dennoch wird diese Praxis von obersten Stellen, zumeist Manager und nicht Unternehmer, gebilligt. Es scheint, in Zeiten, in denen der Agilität geschuldet, immer flachere Hierarchien in den Unternehmen gelten sollen, etabliert das mittlere und untere Management seine eigene auf schlechteres Wissen und Fähigkeiten basierende krankhafte Hierarchie.

Dumm, wer dies in seinem Unternehmen geschehen lässt, denn leistungsfähige Mitarbeiter fördern und fordern geht anders. Zumeist klingt es dann auch wie Hohn, denn oft genug loben genau diese Unternehmen Ihre Mitarbeiter als Ihr vermeintlich wichtigstes Potenzial.

Und damit nicht genug im Katalog der Kuriositäten. Generell sind die Mechanismen, die heute zu der Einstellung von Mitarbeitern führen, etwas stark in Schieflage geraten. Etwa im Stile 20 Jahre Berufserfahrung haben, aber erst 23 Jahre alt sein dürfen. Zumindest wird oft genug nicht mehr nach klaren Fakten eingestellt, sondern nach Gefahrenanalyse. Zögern ist dabei auch noch höher zu bewerten als Handeln. Und vorgeschoben wird immer das Team: Ins Team passen bekommt damit die Meinung: Nicht besser sein als andere, nichts ändern, bloss alles so lassen wie ich es etabliert habe …

Und noch etwas, was mich traurig stimmt: Ich persönlich schätze gemischte Teams, sowohl kulturell, meinungsbezogen als auch im Geschlecht. Und, wer entsprechend selbstsicher ist, kann auch Talente führen, die teilweise weitaus besser oder anderen kulturellen Ursprungs sind als man selbst. Was mich aber persönlich am meisten betrübt, und was ich niemals erwartet hätte ist, wie Frauen in Führungspositionen selbst mit Ihren weiblichen Kollegen umgehen. Ich denke, es ist in dieser immer noch stark Männerdominierten Arbeitswelt auch ohne dies alles schon nicht leicht seinen Platz zu finden.

Ich würde daher erwarten, dass gerade Frauen sich stark gegenseitig unterstützen, im Bestreben nach Führungs- und Machtpositionen. Bedauerlicherweise muss ich in einigen, mir bekannten Fällen beobachten, dass genau das Gegenteil geschieht. Niemand räumt potenzielle Gefährder*innen der eigenen Position schneller, effizienter und zielstrebiger aus. Man landet nicht mal mehr auf dem Abstellgleis, sondern man wird nach allen Regeln der Kunst herausgeschmissen, und bremsende Tabus gibt es da nur wenige …

Liebe Chefs, liebe Personal-Schaffende, liebes Topmanagement. Lasst es mich so sagen, all das geschieht in Zeiten, in denen Ihr mehr Ethik in Unternehmen auslobt. Natürlich gelten die Aussagen in meiner Kolumne nicht für alle gleichermassen, für einige aber umso mehr. Aber diejenigen, welche es auslösen, werden es zuverlässig nicht erkennen oder verstehen.

Erschienen im ITReseller ...

ITReseller ist eine Nachrichten- und Analyseplattform für die IT- und CE-Branche in der Schweiz. Sie bietet Informationen zu Unternehmensmeldungen, Branchentrends und Partnerprogrammen. Dazu gehört auch eine regelmässige Kolumne …